Cannabissorten sind gezielt gezüchtete Variationen der Cannabispflanze. Diese betreffen nicht nur den Gehalt an Wirkstoffen wie Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD), sondern auch das Aromaprofil, den Geschmack und weitere botanische Merkmale. Aufgrund dieser Unterschiede verlangt die medizinische Anwendung von Cannabis nach einer informierten Sortenauswahl. Nicht alle Cannabisblüten sind für die Behandlung derselben Symptome gleich gut geeignet.1
Cannabisärzte berücksichtigen bei der Auswahl der Sorte vor allem das Zusammenspiel von THC, CBD und anderen Cannabinoiden. Ebenso spielen Terpene und Flavonoide eine Rolle. Dies sind pflanzliche Begleitstoffe, die das therapeutische Potenzial einer Sorte wesentlich mitbestimmen können.2
Ist von medizinischem Cannabis die Rede, geht es vorrangig um die Blüten der weiblichen Cannabispflanze. Sie tragen Trichome – dies sind winzige Harzdrüsen, in denen die medizinisch wirksamen Inhaltsstoffe in besonders hoher Konzentration vorkommen. Diese Blüten werden nach pharmazeutischen Standards verarbeitet und sind das zentrale Produkt für die Abgabe in der Apotheke.3
Bei der Verwendung von Cannabisblüten inhalieren Patient:innen die Wirkstoffe durch einen Vaporisator. Zwar sind Blüten die gängigste (und wohl auch die bekannteste) Form von medizinischem Cannabis, es kann jedoch auch in anderen Formen eingenommen werden. Auf diesem Weg tritt die Wirkung besonders schnell ein.4

Alternativ können Patient:innen auch Cannabisöle einnehmen, indem sie sich die verordnete Dosis unter die Zunge träufeln und über die Mundschleimhäute aufnehmen. Auch Fertigarzneimittel in Tablettenform sind eine erprobte Darreichungsform von Cannabis, entbehren jedoch häufig der pflanzlichen Begleitstoffe.4
Um die medizinische Anwendung von Cannabis möglichst erfolgversprechend zu gestalten, ohne größere Nebenwirkungen zu riskieren, ist die ärztliche Begleitung unerlässlich. Die Expertise fachkundiger Ärzt:innen kann dabei helfen, eine für die vorliegenden Symptome passende Cannabissorte zu finden. Außerdem legt der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin eine therapeutisch sinnvolle Dosierung fest.4
Es soll jedoch nicht der Eindruck entstehen, Patient:innen wären von der Auswahl der Cannabissorte vollständig ausgenommen. Selbstverständlich besteht im Beratungskontext die Möglichkeit, eigene Erwägungen oder etwaige Erfahrungswerte vorzutragen, um diese in die ärztliche Entscheidung einfließen zu lassen.
Üblicherweise wird Cannabis einschleichend dosiert, sodass sich Patient:innen Schritt für Schritt an die verwendete Sorte gewöhnen. Sollten sich hierbei Unstimmigkeiten einstellen, nehmen die behandelnden Mediziner:innen Anpassungen in Dosis und Sortenauswahl vor.4

Die Herstellung von medizinischem Cannabis erfolgt unter streng kontrollierten Bedingungen. Das Ergebnis sind einheitliche Präparate mit zuverlässigem Wirkstoffprofil. Folglich lässt sich therapeutisch mit ihnen planen. Medizinisches Cannabis ist mit einem ärztlichen Rezept ausschließlich in der Apotheke erhältlich.
Cannabis aus privatem Anbau oder ungeklärten Herkunftsquellen verfügt über einen stark variierenden Wirkstoffgehalt. Dadurch kann die Einnahme mit erheblichen Nebenwirkungen einhergehen, die der medizinischen Wirkung im Weg stehen.
Die Verordnung einer spezifischen Cannabissorte erfolgt in enger Abstimmung mit Patient:innen. Die medizinisch relevanten Faktoren umfassen nicht nur die vorliegenden Symptome, sondern auch etwaige Vorerfahrungen im Umgang mit Cannabis, mögliche Kontraindikationen und (Un-)Verträglichkeiten.
Die Grundlage für das therapeutische Potenzial von medizinischem Cannabis bildet das sogenannte Endocannabinoid-System. Dabei handelt es sich um einen Teil des menschlichen Nervensystems, das unter anderem Appetit, Schlaf, Schmerzempfinden und die Stimmungslage beeinflusst. Die pflanzlichen Wirkstoffe von Cannabis (Cannabinoide, Terpene und Flavonoide) können auf dieses System einwirken und so bei bestimmten Beschwerden lindernd wirken.5

In der Praxis kommt Cannabis häufig dann zum Einsatz, wenn herkömmliche Therapien nicht ausreichend wirken oder mit unerwünschten Nebenwirkungen verbunden sind. Dennoch ist medizinisches Cannabis nicht auf bestimmte Diagnosen beschränkt. Vielmehr steht der konkrete Beschwerdeverlauf der Patientin oder des Patienten im Mittelpunkt. Dementsprechend erfüllt Cannabis oftmals den Zweck, Symptome zu lindern, anstatt gezielt gegen eine bestimmte Krankheit vorzugehen.6
Das Endocannabinoid-System wurde erstmals nach der Entdeckung von zwei Rezeptoren im Körper anerkannt, die heute als Cannabinoid-Rezeptor 1 (CB1) und Cannabinoid-Rezeptor 2 (CB2) bekannt sind.
Nicht alle Patient:innen reagieren in gleicher Weise auf medizinisches Cannabis. Manchmal verfügen sie über Vorerfahrungen, haben eine Toleranz entwickelt oder wissen mitzuteilen, in welcher Form ihnen Cannabis bereits medizinisch helfen konnte. Auch eine erhöhte Sensibilität, eine Vergangenheit mit Suchterkrankungen oder spezifische Unverträglichkeiten können eine Rolle spielen.7
Der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin berücksichtigt diese Informationen bei der Auswahl der für die Therapie vorgesehenen Cannabissorte.
Neben den pharmakologischen Eigenschaften und der individuellen Verfassung von Patient:innen kann auch ihr Lebenswandel eine Rolle bei der Auswahl von Cannabispräparaten spielen. Es ist zum Beispiel zu klären, ob die Einnahme eher morgens erfolgen soll, um Beschwerden im Tagesverlauf zu lindern, oder Ruhephasen am Abend begünstigen soll.

Vor diesem Hintergrund kann auch die Darreichungsform von Bedeutung sein. Orale Darreichungen weisen tendenziell einen verzögerten Wirkungseintritt mit einer Dauer von 4–8 Stunden auf. Sie erlauben jedoch keine Nachjustierung der Dosis, was sich im Tagesgeschehen als problematisch erweisen könnte. Die inhalative Einnahme von Cannabis führt hingegen zu einem fast sofortigen Wirkungseintritt, dessen Effekte 2–3 Stunden anhalten.4
Übrigens: Cannabispatienten sind von den THC-Grenzwerten ausgenommen, die im Straßenverkehr gelten. Stattdessen müssen sie ihre Fahrtüchtigkeit eigenverantwortlich gewährleisten können.8
Bei medizinischem Cannabis fällt oft die Unterscheidung zwischen Indica, Sativa und Hybriden. Diese Einteilung stammt ursprünglich aus der Botanik, wird heute aber auch genutzt, um Tendenzen zur möglichen Wirkung verschiedener Sorten zu vermitteln. Obwohl moderne Züchtungen diese Grenzen zunehmend vermischen, kann die Klassifikation hilfreiche Hinweise auf den therapeutischen Einsatz geben – insbesondere im Gespräch zwischen Ärzt:innen, Patient:innen und Apotheke.1
Indica: Indica-dominante Sorten gelten traditionell als beruhigend und entspannend. Sie werden oft für die Einnahme vor dem Zubettgehen verordnet.
Sativa: Sativa-dominierte Sorten werden mit einer eher anregenden, stimmungsaufhellenden Wirkung in Verbindung gebracht. Sie eignen sich bei manchen Patient:innen für die Tagesanwendung.
Hybride: Die meisten medizinisch genutzten Cannabissorten sind sogenannte Hybride – also Kreuzungen aus Indica- und Sativa-Linien. Sie kombinieren unterschiedliche Eigenschaften und können je nach Zusammensetzung sowohl aktivierend als auch beruhigend wirken.
Wichtig zu wissen: Diese Einteilung ist nur ein grober Orientierungsrahmen. In der ärztlichen Praxis sind insbesondere das Cannabinoidverhältnis, Terpenprofil und die individuelle Verträglichkeit von Bedeutung. Ihre Apotheke unterstützt Sie bei Fragen zur Verfügbarkeit spezifischer Sorten – immer auf Basis der ärztlichen Verordnung.
Mit dem passenden Arzneimittelrezept können Patient:innen in der Apotheke gezielt medizinische Cannabisblüten kaufen. Spezialisierte Versandapotheken sorgen hierbei für eine hohe Verfügbarkeit unterschiedlicher Sorten.
Sie können Ihr Rezept jederzeit bei MYCANNABIS einlösen. Melden Sie sich dazu kostenlos an und reichen Sie Ihr Rezept digital mittels elektronischer Signatur oder per QR-Code ein. Alternativ können Sie es auch vor Ort vorzeigen. Anschließend erhalten Sie ein Angebot für die entsprechende Sorte. Ihnen stehen flexible Bezahlmöglichkeiten wie Klarna, Banküberweisung oder Kreditkartenzahlung zur Auswahl. Das Präparat wird schließlich sicher und diskret an Ihre Wunschadresse versandt.
Fazit: Mit ärztlicher Expertise zur passenden Cannabissorte
Die Wahl der richtigen Cannabissorte ist ein entscheidender Baustein für den Erfolg der Cannabistherapie. Wirkung, Verträglichkeit und Alltagstauglichkeit hängen maßgeblich von der Sorte und ihrer Zusammensetzung ab. Ärztinnen und Ärzte bringen die nötige Fachkenntnis mit, um auf Basis der individuellen Symptome, Begleitumstände und Erfahrungswerte eine fundierte Empfehlung auszusprechen.
Medizinisches Cannabis unterliegt strengen Qualitätskontrollen und ist ausschließlich auf Rezept erhältlich. In Ihrer Apotheke erhalten Sie nicht nur das verordnete Präparat, sondern auch pharmazeutische Beratung – für eine sichere und gut abgestimmte Versorgung.
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Häufig gestellte Fragen
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Wie erhalte ich medizinisches Cannabis?
Medizinisches Cannabis ist verschreibungspflichtig und wird von einem Arzt oder einer Ärztin verordnet. Mit dem Rezept können Sie das Präparat aus einer Apotheke beziehen. Grundsätzlich dürfen alle Ärztinnen und Ärzte (mit Ausnahme von Zahn- und Tierärzt:innen) Cannabis verschreiben.
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Kann ich meine Cannabissorte selbst auswählen?
Die Auswahl der Cannabissorte erfolgt immer gemeinsam mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt. Dabei werden individuelle Faktoren wie Symptome, Erfahrungen und Verträglichkeit berücksichtigt.
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Wie werden Cannabisblüten angewendet?
Cannabisblüten werden üblicherweise mit einem Vaporisator inhaliert. So tritt die Wirkung besonders schnell ein und kann individuell dosiert werden.4
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Referenzen
https://doi.org/10.4172/2329-6836.1000181
https://doi.org/10.2174/1570159X17666190903103923
https://doi.org/10.1007/978-3-030-57369-0_1
https://www.aerzteblatt.de/pdf.asp?id=186476
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19675519/#
https://www.bfarm.de/DE/Bundesopiumstelle/Medizinisches-Cannabis/Hinweise-fuer-Aerzte/_node.html
https://www.aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/sucht/wie-gefaehrlich-ist-cannabiskonsum/
https://www.brisant.de/gesundheit/drogen/cannabis-auto-112.html


