Cannabidiol – besser bekannt als CBD – ist in den letzten Jahren zu einem Trend geworden. Ob in CBD Ölen, CBD Blüten oder sogar in CBD Gummibärchen: Immer mehr Menschen interessieren sich für die Substanz und fragen sich: Ist CBD in Deutschland eigentlich legal?
Um diese Frage zu beantworten, muss man verstehen, was CBD ist und wie es sich vom bekannteren THC unterscheidet. CBD ist ein nicht-psychoaktives Cannabinoid aus der Hanfpflanze. Im Gegensatz zu THC ruft es keinen „Rauschzustand“ hervor und gilt laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als sicher und nicht abhängig machend [1].
Trotzdem ist die Rechtslage in Deutschland kompliziert. Während CBD Produkte grundsätzlich nicht dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) unterfallen, gelten strenge Regeln:
Viele Konsument:innen sind dadurch verunsichert: Mal liest man von einem CBD-Verbot, mal von „CBD erlaubt“. Die Wahrheit liegt dazwischen: CBD ist nicht grundsätzlich verboten, aber es unterliegt klaren Einschränkungen [4][5].
CBD steht für Cannabidiol und ist eines von über 100 bekannten Cannabinoiden der Hanfpflanze. Anders als das psychoaktive Tetrahydrocannabinol (THC) verursacht CBD keinen Rausch und fällt deshalb in eine ganz andere rechtliche Kategorie. Während THC in Deutschland nach wie vor überwiegend unter das Betäubungsmittelgesetz fällt, wird CBD rechtlich gesondert bewertet [1].

Der entscheidende Unterschied liegt also in der Wirkung und im gesetzlichen Status. Wer mehr über diese Unterschiede erfahren möchte, findet detaillierte Infos in unserem Beitrag THC vs. CBD.
In den letzten Jahren hat sich der CBD-Markt stark entwickelt – von CBD-Ölen über CBD-Blüten bis hin zu CBD-Gummibärchen. Auch in den Medien wird das Thema „CBD Deutschland“ immer präsenter, da viele Menschen nach einer legalen Alternative zu THC-Produkten suchen [2].
CBD wird vor allem wegen seiner potenziellen Anwendungsmöglichkeiten erforscht. Auch wenn wissenschaftlich noch viele Fragen offen sind, gilt CBD laut WHO als nicht abhängig machend und mit geringem Missbrauchsrisiko [3].
Die Cannabisblüte ist der Teil der weiblichen Cannabispflanze, der die höchste Konzentration an Cannabinoiden aufweist. Diese sind für die medizinische und psychoaktive Wirkung von Cannabis verantwortlich.Â
Die Frage, ob CBD legal in Deutschland ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Grundsätzlich gilt: CBD ist in Deutschland erlaubt, solange bestimmte Bedingungen eingehalten werden. Diese Bedingungen betreffen vor allem den THC-Gehalt sowie die Art der Verarbeitung.
Auf europäischer Ebene wurde mit dem Kanavape-Urteil des EuGH (2019) klargestellt, dass CBD kein Betäubungsmittel ist, wenn es aus der gesamten Hanfpflanze gewonnen wird [1]. Deutschland setzt diese Vorgaben um, geht jedoch teilweise einen strengeren Weg. Vor allem Produkte wie CBD-Blüten bewegen sich in einer rechtlichen Grauzone [2].
Ein weiteres Problem: Für CBD in Lebensmitteln (z. B. Öl, Gummibärchen) gilt die Novel-Food-Verordnung. Das bedeutet, dass eine EU-Zulassung erforderlich ist. Bislang gibt es keine vollständig zugelassenen CBD-Produkte auf dieser Basis [3].
Nein, der Verkauf an Endverbraucher ist in Deutschland aktuell verboten.
Etwas anders sieht es bei CBD-Öl und CBD-Gummibärchen aus. Diese Produkte werden in Deutschland und der EU oft angeboten, allerdings unterliegen sie klaren Einschränkungen:

Ja, solange die Produkte aus zertifiziertem Nutzhanf stammen und die THC-Grenzwerte einhalten. Problematisch sind Lieferungen aus dem Ausland, da hier abweichende Regelungen gelten können.
CBD verkaufen: Händler müssen strenge Auflagen erfüllen, insbesondere beim Vertrieb von Lebensmitteln und Ölen. Wer ohne Zulassung CBD-Produkte vertreibt, riskiert straf- oder wettbewerbsrechtliche Konsequenzen [5].
Ja, CBD ist in Deutschland legal, allerdings nur unter klaren Bedingungen. Produkte müssen aus EU-zertifiziertem Nutzhanf stammen, dürfen den THC-Grenzwert (0,2 %) nicht überschreiten und dürfen nicht mit unbewiesenen Gesundheitsversprechen beworben werden [1][2].
Ein klassischer Drogentest reagiert nicht auf CBD selbst, sondern auf den THC-Metaboliten THC-COOH. Da viele CBD-Produkte geringe Spuren von THC enthalten können, besteht ein Risiko für ein positives Ergebnis – insbesondere bei sehr häufigem Konsum oder Produkten von unsicherer Herkunft [3].
Die Frage „Wie viel CBD darf man besitzen Deutschland?“ ist rechtlich komplex. Grundsätzlich gilt: Der Besitz von CBD-Öl oder Kapseln mit weniger als 0,2 % THC ist erlaubt. CBD-Blüten sind hingegen nicht frei verkehrsfähig, sodass ihr Besitz problematisch sein kann und im Zweifel beschlagnahmt wird [4]. Eine genaue Grammanzahl ist gesetzlich nicht festgelegt, sondern hängt vom Produkt und dessen THC-Gehalt ab.
Ja. Auch wenn CBD in Deutschland erlaubt ist, kann die Polizei Produkte beschlagnahmen, wenn der Verdacht besteht, dass sie gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen – etwa bei Blüten, die nicht klar von THC-haltigem Cannabis unterscheidbar sind. Grundlage dafür ist die Strafprozessordnung (§94 StPO) [5].
CBD selbst wirkt nicht berauschend und ist an sich kein Hindernis für das Autofahren. Das Problem: Manche CBD-Produkte enthalten geringe THC-Spuren. Wird im Blut ein THC-Wert über dem gesetzlichen Grenzwert von 3,5 ng/ml Serum festgestellt, drohen Bußgelder und Fahrverbote [6][7].
Referenzen
[1] Weltgesundheitsorganisation (WHO) (2018): Critical Review Report on Cannabidiol. Genf: WHO.
[2] Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) (2023): Fragen und Antworten zu Hanf, THC und CBD. Berlin: BVL.
[3] European Food Safety Authority (EFSA) (2022): Statement on the safety of cannabidiol as a novel food. EFSA Journal, 20(6), 7322.
[4] Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) (2019): Urteil in der Rechtssache C-663/18 (Kanavape). Luxemburg: EuGH.
[5] Bundesgerichtshof (BGH) (2021): Urteil vom 24.03.2021 – 6 StR 240/20. Karlsruhe: BGH.
[6] Bundesministerium für Gesundheit (BMG) (2024): Cannabisgesetz – FAQ. Berlin: BMG.
[7] Huestis, M.A. (2005): Pharmacokinetics and metabolism of the plant cannabinoids, delta9-tetrahydrocannabinol, cannabidiol and cannabinol. In: Handbook of Experimental Pharmacology, 168, 657–690.
[8] Deutschland, Bundesrepublik (2023): Strafprozessordnung (StPO) §94 Sicherstellung und Beschlagnahme. Berlin: Bundesanzeiger Verlag.
[9] ADAC (2023): Neuer THC-Grenzwert im Straßenverkehr. München: ADAC.
[10] Bundesregierung (2024): Anpassung der Grenzwerte im Straßenverkehr. Berlin: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung.


