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Wie funktioniert Cannabis?

Cannabis wird seit Jahrhunderten in verschiedenen Kulturen genutzt – sowohl zu medizinischen Zwecken als auch in rituellen oder traditionellen Zusammenhängen. Die Pflanze enthält eine Vielzahl an Inhaltsstoffen, von denen vor allem THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol) eine besondere Rolle spielen. Diese Substanzen interagieren mit dem körpereigenen Endocannabinoid-System, das an wichtigen Prozessen wie Schmerzwahrnehmung, Schlaf, Appetit und Gedächtnis beteiligt ist [2], [5], [6].

Die Cannabis Wirkung entfaltet sich jedoch nicht bei jeder Person gleich. Sie hängt stark davon ab, wie Cannabis eingenommen wird. Ob über die Lunge beim Verdampfen, über den Verdauungstrakt bei Edibles wie Cannabis Butter, Cannabis Kekse oder Cannabis Brownies, oder in flüssiger Form wie Cannabis Tee – jede Einnahmeart beeinflusst, wie schnell die Stoffe in den Blutkreislauf gelangen, wie sie im Körper verarbeitet werden und wie lange sie aktiv bleiben [3].

Daher ist es entscheidend, die unterschiedlichen Einnahmearten zu kennen. Wer eine schnelle Aufnahme benötigt, etwa bei akuten Beschwerden, profitiert von Methoden wie dem Verdampfen. Wer hingegen eine länger anhaltende Wirkung wünscht, kann auf Edibles oder Tee zurückgreifen. So lässt sich die Einnahme gezielt an die individuellen Bedürfnisse anpassen.

Wie funktioniert die Wirkung von Cannabis?

 

Hauptbestandteile THC und CBD

Die Cannabispflanze enthält viele verschiedene Inhaltsstoffe. Besonders wichtig sind dabei die Cannabinoide THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol). Beide gelangen nach der Einnahme in den Körper und binden an bestimmte Rezeptoren, die Teil des körpereigenen Endocannabinoid-Systems sind [4], [5].

Verbindung zum Endocannabinoid-System

Das Endocannabinoid-System (ECS) ist ein Netzwerk aus Rezeptoren und Botenstoffen [5]. Es ist unter anderem an folgenden Prozessen beteiligt: 

  • Schmerzwahrnehmung

  • Schlaf

  • Appetit

  • Gedächtnis [2]

Dabei gibt es zwei Hauptarten von Rezeptoren:

  • CB1-Rezeptoren: vor allem im Gehirn und Nervensystem [5]

  • CB2-Rezeptoren: im Immunsystem und in anderen Körpergeweben [6]
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Quelle: Lu, H.C. & Mackie, K. (2016). An introduction to the endocannabinoid system. Front Mol Neurosci. [5]

Was ist das Endocannabinoid-System?

ie Entdeckung des Endocannabinoid-Systems im 20. Jahrhundert führte zu einer verstärkten Erforschung nicht nur von Cannabis und seinen häufigsten Verbindungen - den Cannabinoiden - sondern auch einer Reihe von Verbindungen, die im Körper selbst produziert werden.

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Zusammenspiel von THC und CBD

  • THC bindet direkt an die CB1-Rezeptoren und beeinflusst dadurch Prozesse im Gehirn [7].

  • CBD wirkt eher indirekt und kann bestimmte Abläufe modulieren oder abmildern [6].

Durch dieses Zusammenspiel entsteht die typische Cannabis Wirkung, deren Art und Dauer stark von der Einnahmeform abhängt [3], [4].

THC vs. CBD

Aufnahmewege im Körper

Die Einnahmeart bestimmt, wie schnell und wie lange Cannabis im Körper wirkt [3]. Dabei ist entscheidend, über welchen Weg die Cannabinoide in den Blutkreislauf und anschließend ins Gehirn gelangen [4].

1. Verdampfen (Vaporiser)

Beim Verdampfen wird Cannabis in einem Vaporiser erhitzt, sodass die Wirkstoffe ohne Verbrennung freigesetzt werden [9].

  • Aufnahmeweg: über die Lungenbläschen direkt ins Blut → weiter ins Gehirn [3].

  • Wirkungseintritt: nach 1–5 Minuten spürbar [4].

  • Dauer: etwa 2–3 Stunden [3].

Besonderheit: sehr schneller Transport, da die Lunge eine große Oberfläche für den Gasaustausch bietet → geeignet, wenn ein rascher Effekt gewünscht ist [9].

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Quelle: Spindle, T.R. et al. (2018). Acute Effects of Smoked and Vaporized Cannabis in Healthy Adults. JAMA Netw Open, 1(7): e184841. [9]

Was ist der Unterschied zwischen Vape und Vaporizer?

Es gibt verschiedene Darreichungsformen für medizinisches Cannabis. Die in den meisten Fällen empfohlene Methode ist das Inhalieren mittels Vaporizer.[1] Häufig werden diese jedoch mit zeitgenössischen E-Zigaretten, sogenannten Vapes, verwechselt.

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2. Edibles (z. B. Cannabis Butter, Cannabis Kekse, Cannabis Brownies)

Bei Edibles erfolgt die Aufnahme über den Verdauungstrakt [3]. Das THC wird dabei in der Leber umgewandelt, bevor es ins Blut gelangt [8], [11].

  • Aufnahmeweg: Magen → Dünndarm → Blut → Leber (Umwandlung) → Gehirn [4], [8]

  • Wirkungseintritt: verzögert, meist nach 30–90 Minuten [4].

  • Dauer: 6–8 Stunden, teilweise länger [3].

Besonderheit: die Umwandlung in der Leber sorgt für eine längere Verweildauer im Körper → hilfreich bei länger anhaltenden Beschwerden [7].

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Quelle: Schwilke, E.W. et al. (2009). Δ9-THC, 11-Hydroxy-THC, and 11-Nor-9-Carboxy-THC in Blood and Oral Fluid. J Anal Toxicol. [8]

Cannabis Edibles und ihre medizinische Anwendung

Das Verzehren von cannabishaltigen Edibles stellt eine nicht-konventionalisierte Alternative dar, die ebenfalls therapeutische Wirksamkeit erzielen kann.

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3. Cannabis Tee (z. B. Tee aus Cannabisblättern)

Beim Trinken von Cannabis Tee werden die Cannabinoide ebenfalls über den Verdauungsweg aufgenommen, jedoch in geringerer Konzentration als bei Edibles [1].

  • Aufnahmeweg: Magen-Darm-Trakt → Blut → Gehirn [3]

  • Wirkungseintritt: nach etwa 30–60 Minuten [12]

  • Dauer: 4–6 Stunden [3]

  • Besonderheit: gleichmäßigere und mildere Aufnahme → schonendere Alternative für eine länger anhaltende, aber sanfte Einnahme [1].
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Quelle: ClinicalTrials.gov (NCT04841993). Pharmacokinetics and Pharmacodynamics of Cannabis Tea (Decoction). [12]

Anwendung von Cannabis: Cannabis Tee

Für viele Patient:innen ist der Genuss von Cannabis Tee eine bekömmliche Methode, medizinisches Cannabis einzunehmen. Sie ist mit allen verfügbaren Cannabissorten umsetzbar und leicht an Ihre persönlichen Vorlieben anzupassen.

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Wie fühlt sich ein Cannabis Rausch an?

Menschen beschreiben einen Cannabis Rausch oft mit Begriffen wie Euphorie, körperliche Entspannung oder einer verstärkten Sinneswahrnehmung [7].


Dazu können ein verändertes Zeitempfinden, gesteigerte Kreativität oder auch eine besondere Fokussierung auf bestimmte Gedanken und Gefühle gehören [7].

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Quelle: National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine (2017) [7]

Die Wirkung hängt jedoch stark von der jeweiligen Cannabis Sorte ab:

  • Manche Sorten haben eine eher aktivierende Wirkung und können anregend, stimmungsaufhellend und konzentrationsfördernd wirken [7].

  • Andere Sorten sind eher beruhigend, fördern Entspannung, unterstützen den Schlaf oder helfen beim Stressabbau [7].

Darüber hinaus spielen auch individuelle Faktoren eine große Rolle:

  • Einnahmeform: Verdampfen, Edibles oder Tee führen zu unterschiedlichen Intensitäten und Zeitabläufen [3], [4].

  • Empfindlichkeit: Jede Person reagiert verschieden, abhängig von Stoffwechsel, Erfahrung und Tagesform [7].

Ein Cannabis Rausch ist somit keine einheitliche Erfahrung, sondern ergibt sich aus einer Kombination von Sorte, Einnahmeart und persönlichen Voraussetzungen [7].

Cannabis Einnahme Methoden im Überblick

 

Cannabis verdampfen

Beim Verdampfen wird Cannabis mit einem Vaporiser erhitzt, ohne es zu verbrennen [9].
Die Wirkstoffe gelangen dabei über die Lunge direkt ins Blut und anschließend ins Gehirn [3].

  • Wirkungseintritt: innerhalb weniger Minuten [4]

  • Dauer: etwa 2–3 Stunden [3]

Diese Methode eignet sich besonders, wenn eine schnelle Aufnahme gewünscht ist – zum Beispiel bei akuten Beschwerden [9].

Cannabis essen – Edibles & Rezepte

Unter Cannabis Edibles versteht man Nahrungsmittel, die mit Cannabis zubereitet wurden, etwa Cannabis Butter, Cannabis Kekse oder Cannabis Brownies [7].
Dafür gibt es zahlreiche Cannabis Rezepte [7].

Die Aufnahme erfolgt über den Magen-Darm-Trakt [3].
Da das THC in der Leber umgewandelt wird, dauert es länger, bis die Effekte spürbar sind [8], [11].

  • Wirkungseintritt: nach 30–90 Minuten [4]

  • Dauer: bis zu 8 Stunden [3]

Edibles sind damit eine Möglichkeit für eine gleichmäßige und langanhaltende Aufnahme [7].

Cannabis trinken – Tee & Getränke

Eine weitere Form der Einnahme ist das Trinken, etwa über ein Cannabis Tee Rezept oder einen Aufguss aus Cannabisblättern [1].

  • Wirkungseintritt: nach etwa 30–60 Minuten [12]

  • Dauer: 4–6 Stunden [3]

Die Cannabis Tee Wirkung gilt als sanft und gleichmäßig [1].
Neben Tee können auch andere Getränke zubereitet werden – man spricht dann allgemein von Cannabis trinken [7].

Cannabis pur essen – Warum es nicht wirkt

Oft wird angenommen, dass man Cannabis auch einfach pur essen könnte.
In dieser Form tritt jedoch kaum eine Wirkung auf, da THC erst durch Erhitzen aktiviert wird (Decarboxylierung) [10].

Geeignete Alternativen sind daher Edibles, Öle oder Extrakte, bei denen die Stoffe bereits aufgeschlossen sind [3].

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Cannabisöl und Cannabis Extrakte

Neben klassischen Einnahmeformen gibt es auch Cannabisöl und Cannabis Extrakte [3].

  • Cannabisöl Wirkung: gleichmäßig, mild, langanhaltend [4]

  • Cannabis Extrakt: konzentrierte Form, häufig in medizinischem Zusammenhang eingesetzt [4]

Diese Varianten sind besonders geeignet für Patient:innen, die eine länger anhaltende und kontrollierte Wirkung wünschen [7].

Wie funktioniert die Wirkung von Cannabis?
Die Wirkung entsteht dadurch, dass Cannabinoide wie THC und CBD an Rezeptoren des körpereigenen Endocannabinoid-Systems binden [5].
Je nach Einnahmeart gelangen sie unterschiedlich schnell ins Blut und ins Gehirn [3], [4].

Wie fühlt sich ein Cannabis-Rausch an?
Viele beschreiben ein Gefühl von Entspannung, gesteigerter Wahrnehmung oder Euphorie [7].
Die genaue Erfahrung hängt von der Sorte, der Einnahmeform und der individuellen Empfindlichkeit ab [7].

Wie lange dauert die Cannabis Wirkung?
Das ist von der Einnahme abhängig:

  • Verdampfen: wirkt innerhalb weniger Minuten [4] und hält etwa zwei bis drei Stunden [3].

  • Edibles: beginnen später, wirken dafür aber bis zu acht Stunden [8], [11].

  • Tee: liegt mit vier bis sechs Stunden dazwischen [12], [3].

Wie wirkt der Rausch von Cannabis?
Nach der Einnahme gelangen die Cannabinoide ins Gehirn und verändern dort die Signalübertragung an speziellen Rezeptoren [5].
Dadurch können Empfindungen wie Stimmung, Gedächtnis oder Schmerzwahrnehmung beeinflusst werden [6].

Was sind die Folgen, wenn man Cannabis einnimmt?
Mögliche Folgen sind Entspannung, Appetitsteigerung oder Schmerzlinderung [7].
Es können aber auch Nebenwirkungen wie Müdigkeit oder Konzentrationsschwierigkeiten auftreten [7].

Wie wirkt Cannabis auf das Nervensystem?
Cannabinoide modulieren die Signalweiterleitung im Nervensystem [5].
THC bindet stärker an Rezeptoren im Gehirn [7], während CBD sanfter eingreift und eher ausgleichend wirkt [6].

Wie sind die Cannabis Einnahme Methoden?
Zu den gängigen Methoden gehören:

Was ist Cannabis Extrakt? – Öle, Tropfen und andere Konzentrate

Cannabis Extrakte sind verschiedene aus Cannabisblüten gewonnene Produkte. Ihre Herstellung zielt darauf ab, Pflanzenmaterial zu sondieren, um eine höhere Wirkstoffkonzentration zu erreichen. 

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Fazit – Welche Einnahmeform passt zu wem?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Cannabis einzunehmen, die sich in Wirkungseintritt und -dauer deutlich unterscheiden:

  • Verdampfen: schneller Beginn, wirkt innerhalb weniger Minuten [4] und hält kürzer an [3], [9].

  • Essen oder Trinken: über Edibles wie Cannabis Butter, Cannabis Kekse oder Cannabis Brownies [7] oder in Form von Cannabis Tee [1] setzt die Wirkung später ein, bleibt aber über viele Stunden bestehen [8], [11], [12].

  • Öle und Extrakte: ermöglichen eine gleichmäßige und gut dosierbare Einnahme [3], [4], die sich besonders für längerfristige Anwendungen eignet [7].

Welche Form im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von den individuellen Voraussetzungen und Beschwerden ab. Deshalb sollte die Auswahl der passenden Methode immer in Absprache mit einer Ärztin oder einem Arzt erfolgen. Nur so lässt sich sicherstellen, dass die Einnahmeform den persönlichen medizinischen Bedürfnissen entspricht.

Referenzen: 

  1. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) (2018) Tetrahydrocannabinol levels are too high in many hemp-containing foods. Berlin: BfR. Verfügbar unter: PDF.

  2. Bundesministerium für Gesundheit (2019) Wie wirken Cannabis und Cannabinoide im Gehirn und Körper? Berlin: BMG. Verfügbar unter: Webseite & PDF.

  3. Grotenhermen, F. (2003) ‘Pharmacokinetics and pharmacodynamics of cannabinoids’, Clin Pharmacokinet, 42(4), S. 327–360.

  4. Huestis, M.A. (2007) ‘Human cannabinoid pharmacokinetics’, Chem Biodivers, 4(8), S. 1770–1804.

  5. Lu, H.C. & Mackie, K. (2016) ‘An introduction to the endocannabinoid system’, Front Mol Neurosci.

  6. Lu, H.C. & Mackie, K. (2021) ‘Review of the Endocannabinoid System’, Handb Exp Pharmacol.

  7. National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine (2017) The Health Effects of Cannabis and Cannabinoids. Washington, DC: NAP.

  8. Schwilke, E.W. et al. (2009) ‘Δ9-THC, 11-Hydroxy-THC, and 11-Nor-9-Carboxy-THC in Blood and Oral Fluid’, J Anal Toxicol.

  9. Spindle, T.R. et al. (2018) ‘Acute Effects of Smoked and Vaporized Cannabis in Healthy Adults’, JAMA Netw Open, 1(7):e184841.

  10. Stella, B. et al. (2021) ‘Cannabinoid Formulations and Delivery Systems’, Pharmaceutics, 13(3), 327. (Decarboxylierung/THCA→THC).

  11. Zagzoog, A. et al. (2024) ‘The Intoxication Equivalency of 11-Hydroxy-Δ9-THC’, J Pharmacol Exp Ther.

  12. ClinicalTrials.gov (NCT04841993) Pharmacokinetics and Pharmacodynamics of Cannabis Tea (Decoction). 

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